GaViD-Sinne steht für "Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte & interdisziplinäre Diagnostik für Menschen mit Sinnesbehinderungen". Das Projekt möchte einen Beitrag dazu leisten, die medizinische Versorgungslücke für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung und dem Verdacht auf eine solche zu schließen. Dabei verfolgt das Projekt diese Ziele:
- Eine Stärkung Ihrer Aktivität und Teilhabe im Alltag
- Die Verbesserung der Diagnostik des Hörens und Sehens
- Die Zusammenführung von Befunden zum Sehen, Hören und der Kommunikation
- Eine passgenaue Beratung zu Hilfsmitteln und weiteren Möglichkeiten
- Die Steigerung eigener Handlungskompetenzen, um zum Beispiel Befunde besser einordnen zu können
Unser Angebot ist kostenfrei. Eine ärztliche Überweisung ist nicht notwendig. Wir bieten Ihnen ein Gespräch zu Ihrem Anliegen entsprechend Ihrer Kommunikationsform, zum Beispiel in Lautsprache, Deutscher Gebärdensprache, taktilen Gebärden oder mit Lormen. Ausgerichtet an Ihren Fragen und Bedarfen führen wir Untersuchungen des Hör- und Sehvermögens zu - auch mit Hilfe von Gebärdensprachdolmetschenden und Taubblindenassistenzen. Dabei nehmen wir uns ausreichend Zeit und bieten gegebenenfalls Wiederholungstermine.
Im Anschluß daran erfolgt eine ausführliche Besprechung der gesammelten Ergebnisse sowie ein Beratungsgespräch. Unser Expertenteam nimmt eine Einschätzung der kommunikativen Möglichkeiten und die sich daraus ergebenden Bedarfe vor. Wir vermitteln Untersuchungstermine in unseren Partnerkliniken, begleiten bei der Anpassung von Hilfsmitteln, vermitteln Kontakte zu weiterführenden Angeboten.
Das Projekt auf einem Blick
Das Projekt „Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte & interdisziplinäre Diagnostik für Menschen mit Sinnesbehinderungen“ ist eine einzigartige Kooperation zwischen Universitätskliniken, Facheinrichtungen, Krankenkassen, Selbsthilfeorganisationen und Forschenden. Um die Versorgungslücke zu schließen, werden an vier Standorten in Deutschland interdisziplinäre Diagnostik- und Versorgungszentren für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung aufgebaut und Konzepte zur interdisziplinären Zusammenarbeit entwickelt und umgesetzt. Ziel ist die langfristige Verankerung der Maßnahmen und Leistungen im deutschen Gesundheitswesen.
GaViD wird vom Innovationsfonds gefördert und vom höchsten Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, dem Gemeinsamen Bundesausschuss, unterstützt. Das Projekt hat eine Laufzeit von 36 Monaten.
- Konsortialpartner: Deutsches Taubblindenwerk, Nikolauspflege – Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen, Blindeninstitutsstiftung, Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Hochschule Hannover, Universitätsklinikum Würzburg, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA) am Universitätsklinikum Freiburg, AOK Baden-Württemberg
- Kooperationspartner: Leben mit Usher-Syndrom e.V., BKK Diakonie, DAK-Gesundheit
Zum Hintergrund
Laut Schätzungen in aktuellen Studien leben etwa 10.000 Menschen in Deutschland mit einer doppelten Sinnesbehinderung. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Vor allem in der Gruppe der schwer geistig und mehrfachbehinderten Menschen werden Taubblindheit und Hörsehbehinderung oft nicht diagnostiziert. Der vollständige oder fast vollständige Verlust des Hör- und Sehsinns führt zu erheblichen Einschränkungen der Betroffenen vor allem in der Kommunikation.
Weiterführende Angebote zum Projekt GaViD-Sinne
Kontakt Diagnostik- und Versorgungszentren
Hannover
- E-Mail: gavid-hannover@taubblindenwerk.de
- Telefon: 0511 51 00 8-616
Berlin
- E-Mail: gavid-berlin@taubblindenwerk.de
- Telefon: 030 2006-8190
Würzburg
- E-Mail: gavid-wuerzburg@blindeninstitut.de
- Telefon: 0931 2092-5522
Stuttgart/Tübingen
- E-Mail: gavid-stuttgart@nikolauspflege.de
- Telefon: 0711 6564-858
Ansprechpartnerinnen

Kristina Wedel & Monika Julius-Blaich
E-Mail: gavid-hannover@taubblindenwerk.de@taubblindenwerk.de

Melissa Glomb
Konstortialführerin und Geschäftsführerin Deutsches Taubblindenwerk
E-Mail: m.glomb@taubblindenwerk.de
