Das Deutsche Taubblindenwerk in Fischbeck feiert sein 35-jähriges Bestehen mit einem beeindruckenden Tag der offenen Tür und 1.000 begeisterten Gästen. Bei einer Entdeckungsreise konnten sie die Facheinrichtung mit ihren vielfältigen Themen kennenlernen. Zu den Höhepunkten zählte der musikalische Auftritt von „Talkin Wire“ sowie eine Fotoausstellung von Marcel Domeier.
FISCHBECK, den 22. Juni 2025 – Der Tag der offenen Tür zum 35-jährigen Jubiläum des Deutschen Taubblindenwerks in Fischbeck bot dem Publikum neben Hausführungen zahlreiche Unterhaltungs-, Musik- und Mitmachstationen an. Leiter Martin Behrendt war von dem großen Ansturm und den vielen interessierten Gesprächen schwer beeindruckt: „Das ist echte Inklusion und Teilhabe."
Vor 35 Jahren wurde die Einrichtung mit zunächst 67 Plätzen gegründet. Heute bietet sie 127 Plätze und ein breit gefächertes Angebot: Werkstätten, eine Gärtnerei, eine großzügige Turnhalle sowie ein Bewegungsbad gehören ebenso dazu wie der Landhof mit tiergestützten Angeboten und dem sehr beliebten Werkstattladen. Die Entwicklung hin zu einem Ort gesellschaftlicher Teilhabe ist deutlich sichtbar. Mit dem aktuellen Neubau entstehen 28 zusätzliche Plätze mit heiminterner Tagesstruktur zur individuellen Förderung.
Musikalisch wurde das Jubiläum mit den akustischen Rockklängen der Hamelner Band „Talkin Wire“ sowie des DJ Dispersion Reloaded begleitet. Ein Höhepunkt bildete die Aufführung der Tanz-Kids und Tanz-Teens des TSV Fuhlen, die das Publikum begeisterte. Besonders beeindruckend war der Selbsterfahrungsparcours in der Sporthalle, die eigens dafür komplett abgedunkelt wurde. Beim Rollentausch konnten die Gäste in die Perspektive von Menschen mit Taubblindheit oder Hörsehbehinderung wechseln und verschiedene Hindernisse im Parcours bewältigen. „Das ist wirklich eine Erfahrung – allein die Fortbewegung bei so stark eingeschränkten Fernsinnen erfordert großen Mut“, berichtete ein Teilnehmer nach Vollendung des Parcours.
Besonderes Augenmerk erhielt die Fotoausstellung des Fotografen und Grafikdesigners Marcel Domeier. 15 Motive, verteilt über das weitläufige Gelände des Deutschen Taubblindenwerks in Fischbeck, gewährten den Betrachtenden eindrucksvolle Einblicke in Arbeitswelt, Freizeitgestaltung und Kommunikation von Menschen mit Taubblindheit oder Hörsehbehinderung. Bildbeschreibungen in Brailleschrift sorgten dafür, dass die Ausstellung auch für Menschen mit visuellen Einschränkungen erfahrbar war.
Abschließend bedankte sich Geschäftsführerin Melissa Glomb bei allen Gästen, Unterstützenden und Beteiligten, die das feierliche Jubiläum ermöglicht haben: „Hier sind heute so viele unterschiedliche Menschen, Interessen und Lebenswege zusammengekommen und haben gemeinsam gefeiert. Die inklusive Idee hat eine große Kraft und die wünsche ich mir auch für eine starke Gesellschaft.“
Seit über 50 Jahren: Einsatz für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe
Seit 1967 Jahren setzt sich das Deutsche Taubblindenwerk für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung in Deutschland ein. An den Standorten Hannover und Fischbeck gibt es Angebote für derzeit 70 Kinder und 200 Erwachsene. Zu den Angeboten zählen Frühförderprogramme, ein Kindergarten, eine Schule mit Internat sowie diverse Wohnformen für erwachsene Personen. Darüber hinaus stehen Werkstätten zur beruflichen Qualifizierung sowie zahlreiche Freizeit- und Beschäftigungsangebote zur Verfügung.
Dazu kommen die in Deutschland einzigartige Taubblindentechnische Grundausbildung und Qualifizierungsmaßnahme zur Taubblindenassistenz. In den Räumlichkeiten des Deutschen Taubblindenwerks in Hannover befindet sich eine EUTB®-Fachstelle mit Expertise in der Kommunikation für Menschen mit Taubblindheit und wesentlicher Hörsehbehinderung.
Kontakt
Pia-Katharina Rabe
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0511 51 00 8-6617
E-Mail: p.rabe@taubblindenwerk.de
