Niemals allein: Fußball als Brücke

Als Fußball-Fan seinen Lieblingsverein anzufeuern, ist für Moritz selbstverständlich. Der 23-Jährige ist taub und sehbehindert. Wenn Moritz nach dem Wochenende Leonie bei der Arbeit trifft, tauschen sie sich über Fußball aus - in Gebärdensprache mit Gesten, Zeichen und ausdrucksstarken Gesichtern. Beide arbeiten in der Teilhabewerkstatt des Deutschen Taubblindenwerks: Er als Beschäftigter in der Produktion, sie als Ergotherapeutin und Fachkraft für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung. Beide sind große Hannover 96-Fans.

Toleranz, Freude und Respekt fördern das Miteinander

Der 1896 gegründete Fußballverein ist tief in der Stadt verwurzelt. Das Stadion liegt direkt im Stadtzentrum. Das Motto „Niemals allein“ gilt besonders, wenn es sportlich nicht so rund läuft und die Mannschaft einmal mehr aus der 1. Bundesliga rutscht. Seit mittlerweile sieben Jahren versuchen die Roten den Wiederaufstieg. Selten waren sie dem großen Ziel so nah wie in dieser Saison.

Wenn sie die Partien gegen Darmstadt 98 und den SC Paderborn gewinnen, können sie es schaffen. Fragt man Moritz, war der Aufstieg diesmal machbar. Er spielt nicht nur selber Fußball, sondern sitzt regelmäßig mit seiner Familie im Stadion neben dem Maschsee. Zusätzlich geht er mit seinen Freunden aus dem Deutschen Taubblindenwerk zu den Spielen, dann in Begleitung von einem Betreuerteam. Die lauten Fangesänge, die Welle an schwarz-weiß-grünen Schals, Trikots, Fahnen. Moritz ist treuer Fan und hält zu seinem Verein. Er kennt die Tabelle, die nächsten Spiele, die knappen Punkteabstände zwischen dem Erstplatzierten und den Verfolgern.

Barrierefreiheit: Fußball geht als gutes Beispiel voran

Fans mit Hör- oder Seheinschränkungen sind Teil des Profifußballs. So zeigt Hannover 96 bei Heimspielen die Mannschaftsaufstellung in Gebärdensprache. Das Stadion ist barrierearm und verfügt über ausgewiesene Sitzplätze für Menschen mit Rollstühlen. Für Menschen mit Sehbehinderungen ist ein Live-Reporter im Stadion, der das Spielgeschehen detailliert erklärt. In Deutschland mit Fußball als Sportart Nummer 1 sind Offenheit und Toleranz in der Fußballkultur angekommen.

Sicher ist mehr möglich, insbesondere wenn es nicht um Fußball geht. Denn nicht jeder kann im Sport Spitzenleistungen bringen. Aber jeder sollte die Möglichkeit haben, den Sport auszuüben, den sie oder er möchte. Denn Sport macht Spaß, fördert die Gesundheit und die Toleranz für Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft. Sport kann eine Brücke sein, so wie bei Leonie und Moritz aus dem Deutschen Taubblindenwerk.

Jetzt spenden und helfen, inklusive Angebote zu schaffen

Um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung möglichst vielfältige Angebote zu ermöglichen, ist die Anschaffung verschiedener Sportgeräte und -materialien notwendig. In Fischbeck gibt es einen Bedarf an einem Treppensteiger, der die Ausdauer verbessert und die Bein- sowie Gesäßmuskulatur stärkt. Im Fitnessraum in Hannover soll eine Kraftstation einziehen, die sowohl das Ganzkörper-, aber auch das gezielte Rücken- und Schultertraining fördert. Und manchmal müssen Geräte auch ersetzt werden so wie der Kletterkasten für die Kinder und Jugendlichen.

Sie möchten uns helfen? Dann freuen wir uns über Ihre Spende mit dem Verwendungzweck "Sport für alle":

  • SozialBank (vormals Bank für Sozialwirtschaft)
  • IBAN DE79 3702 0500 0007 4027 20
  • BIC BFSWDE33XXX
Haben Sie vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Kontakt

Anne Prechtel
Fundraising
Telefon: 0511 51 00 8-8612
E-Mail: a.prechtel@taubblindenwerk.de