Sport und Bewegung sind für viele Menschen eine wichtige Freizeitbeschäftigung. Einfach eine Sportart aussuchen und in einen Verein gehen? Ganz so leicht ist das für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung nicht. Fehlende Inklusionsangebote, eingeschränkte Zugänge in Gebäude, verschiedene Kommunikationsformen sind nur einige der Hürden.
Dennoch gehört Sport fest zum Alltag vieler Menschen im Deutschen Taubblindenwerk. „Uns ist es wichtig, eine möglichst breite Vielfalt an Sport- und Bewegungsformen anzubieten“, erklärt die Pädagogische Leiterin Lydia Kost.
Sport sorgt für Bewegung und eine positive Haltung zum Leben
Neben einer Sporthalle und einem Schwimmbad steht den Erwachsenen am Standort Hannover eine Kegelbahn und ein Fitnessraum zur Verfügung. „Unsere Sportangebote bringen die Menschen in Bewegung, sie erwerben verschiedene Fertigkeiten und haben eine positivere Haltung zum Leben.“
In Kosts Verantwortungsbereich fällt der Wohnbereich Hannover mit rund 60 Frauen und Männern. Hier ist vor zwei Jahren die Ballsportgruppe „Balla-Balla: Der tolle Wurf“ entstanden. Die Gruppe bietet einen niederschwelligen Zugang zu Sport, Bewegung und Gemeinschaft und richtet sich eher an ältere Menschen. In einer einladenden und offenen Atmosphäre werden Bewegung und soziale Kontakte gefördert.
Vier bis fünf Personen treffen sich jede Woche im Aktionsraum mit der langen Fensterfront. Alle haben eine Seh- und Hörbehinderung, manche mit Zusatzeinschränkungen. Damit jeder am Sportangebot teilnehmen kann, bauen Ferhat Ercal und seine Kollegin Ewa Binder einen Stuhlkreis in der Mitte des Raumes auf. Teilnehmer mit Rollator begleitet der 26-Jährige sicher an ihren Platz.
Eine Stunde lang geht es unter Anleitung um Bewegung, Koordination, Gleichgewicht und Geschicklichkeit. „Natürlich steht die Freude an der Bewegung im Mittelpunkt. Ganz nebenbei werden aber auch kognitive Fähigkeiten geschult“, erklärt Kost. Dafür liegen Bälle in verschiedenen Größen bereit und auch ein Basketballkorb auf einem Ständer kommt zum Einsatz.
Zielen, werfen, treffen
Zu den regelmäßigen Teilnehmern der Ballgruppe gehört auch Detlef Henke. Der 73-Jährige freut sich besonders, wenn Ferhat Ercal den Basketballkorb in die Mitte rollt. Dann wird sein Betreuer zum Coach und zeigt, wie es geht. Zielen, werfen, Korb. Schon beim zweiten Mal klappt es und die Freude über den sauberen Treffer begeistert alle.
Jetzt spenden & barrierefreie Sportangebote fördern
Um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung möglichst vielfältige Angebote zu ermöglichen, ist die Anschaffung verschiedener Sportgeräte und -materialien notwendig. In Fischbeck gibt es einen Bedarf an einem Treppensteiger, der die Ausdauer verbessert und die Bein- sowie Gesäßmuskulatur stärkt. Im Fitnessraum in Hannover soll eine Kraftstation einziehen, die sowohl das Ganzkörper-, aber auch das gezielte Rücken- und Schultertraining fördert. Und manchmal müssen Geräte auch ersetzt werden so wie der Kletterkasten für die Kinder und Jugendlichen.
Sie möchten uns helfen? Dann freuen wir uns über Ihre Spende mit dem Verwendungzweck "Sport für alle":
- SozialBank (vormals Bank für Sozialwirtschaft)
- IBAN DE79 3702 0500 0007 4027 20
- BIC BFSWDE33XXX
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Kontakt
Anne Prechtel
Fundraising
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