Mit einem traditionellen Richtspruch feierte das Deutsche Taubblindenwerk den Abschluss des Rohbaus. Rund 150 Gäste versammelten sich am 10. Juni 2025 auf der Baustelle am Pötzer Kirchweg 5. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Sommer 2026 geplant.
FISCHBECK/HANNOVER 12. Juni 2025 – Das Deutsche Taubblindenwerk in Fischbeck feierte am Dienstag (10.06.) Richtfest des neuen, barrierefreien Gebäudes auf dem Gelände am Pötzer Kirchweg 5. Der Gebäudekomplex umfasst eine Tagesförderstätte und Wohnraum für 28 Personen. Die Feierlichkeiten markierten einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung dieser spezialisierten Einrichtung für Menschen mit Taubblindheit oder Hörsehbehinderung.
In diesem neuen Gebäude werde ein Raum geschaffen, in dem individuelle Förderung, Teilhabe und selbstbestimmtes Leben Hand in Hand gelängen, so Geschäftsführerin Melissa Glomb. Ein großes Dankeschön richtete die Geschäftsführerin an das gesamte Bauteam, welches durch reibungslose Abläufe einen bislang gut funktionierenden Baustellenbetrieb ermöglichte. Glomb freue sich darauf, dieses Haus bald schon mit Leben erfüllt zu sehen. Den Mitarbeitenden sprach sie ihren besonderen Dank aus.
Auch Landrat Dirk Adomat, Bürgermeister Tarik Oenelcin, Ortsbürgermeister Michael Kipp und Heimbeirat Karl-Peter Kullak richteten Worte an die Teilnehmenden. Die Fertigstellung schreite voran, es sei schön, zu sehen, was sich in den letzten Monaten entwickelt habe, so Oenelcin. Adomat, der selbst in Fischbeck wohnt, lobte die stets gute Zusammenarbeit mit allen am Projekt Beteiligten. Kipp hob die Bedeutung des starken Miteinanders hervor, wenn Menschen mit und ohne Behinderung regelmäßig gemeinsam die Hunderunde spazieren oder zusammen Weihnachten feiern. Die Redner wünschten allen Mitwirkenden, allen voran den Bauschaffenden, ein stets gutes Gelingen. Weiterhin sehen sie der Eröffnung des Neubaus im Sommer 2026 mit Vorfreude entgegen.
Hier entstehe nicht einfach ein Haus, sondern Wohnraum für neue Lebensqualität, so Martin Behrendt, Einrichtungsleiter in Fischbeck. Behrendt betonte die Sinnhaftigkeit des Projekts, in dem selbstbestimmtes Leben ermöglicht wird. Er sei stolz auf das bisher entstandene und auf die Menschen, die dies ermöglichen.
Eine der größten Herausforderungen boten witterungsbedingte Baustopps, die durch die reibungslose Zusammenarbeit aller Baustellengewerke zwischenzeitlich wieder aufgeholt werden konnten. An der geplanten Fertigstellung des Neubaus zum Frühjahr/Sommer 2026 wird festgehalten.
Der Neubau im Deutschen Taubblindenwerk in Fischbeck wird nach den Plänen des Architekturbüros ART-plan aus Hannover realisiert. Bei dem Bau wird besonderer Wert auf die Einhaltung hoher Nachhaltigkeitsstandards gelegt und dadurch eine Förderung der KfW möglich. Das dreigeschossige Gebäude bietet auf 2.300 Quadratmetern Platz für 28 Wohnräume mit integrierten Beschäftigungsangeboten.
Seit über 50 Jahren: Einsatz für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe
Seit 1967 Jahren setzt sich das Deutsche Taubblindenwerk für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung in Deutschland ein. An den Standorten Hannover und Fischbeck gibt es Angebote für derzeit 70 Kinder und 200 Erwachsene. Zu den Angeboten zählen Frühförderprogramme, ein Kindergarten, eine Schule mit Internat sowie diverse Wohnformen für erwachsene Personen. Darüber hinaus stehen Werkstätten zur beruflichen Qualifizierung sowie zahlreiche Freizeit- und Beschäftigungsangebote zur Verfügung.
Dazu kommen die in Deutschland einzigartige Taubblindentechnische Grundausbildung und Qualifizierungsmaßnahme zur Taubblindenassistenz. In den Räumlichkeiten des Deutschen Taubblindenwerks in Hannover befindet sich eine EUTB®-Fachstelle mit Expertise in der Kommunikation für Menschen mit Taubblindheit und wesentlicher Hörsehbehinderung.
Kontakt
Pia-Katharina Rabe
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0511 51 00 8-6617
E-Mail: p.rabe@taubblindenwerk.de
