HANNOVER. Die Fachtage zum Thema „Professionsübergreifende Bedarfe in der Arbeit mit Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung“ waren ein voller Erfolg. Über 60 Teilnehmer*innen aus bundesweiten Facheinrichtungen kam ins Deutsche Taubblindenwerk, um Vorträge zu taubblindenspezifischen Themen zu hören, sich fortzubilden und untereinander zu vernetzen.
Vertreten waren Fachkräfte unter anderem aus der Blindeninstitutsstiftung Würzburg, der Nikolauspflege – Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen, den Oberlin Lebenswelten aus Potsdam, der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), Marburg, der Uni Köln, dem Diakonissen-Mutterhaus CECILIENSTIFT in Halberstadt, sowie Mitarbeiter*innen aus dem Deutschen Taubblindenwerk Fischbeck und Hannover.
Hochkarätige Dozenten gaben ihr Wissen weiter und berichteten in inhaltlich fundierten Vorträgen über relevante Themen in der Taubblindenarbeit. Natürlich blieb auch genügend Zeit für gemeinsamen Austausch und die Pflege von Netzwerken.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch Geschäftsführer Volker Biewald und Melissa Glomb, Geschäftsleiterin Organisationsentwicklung und Organisatorin der Fachtage, startete die Konferenz.
Den Anfang machte am 22.01.2024 Benjamin Gutwein, Dozent für DGS und BodySigns, mit einem Vortrag über Haptic/BodySigns, einem der taktilen Kommunikationssystemen für taubblinde Menschen.
Hans Schüller und Karin Ulrich von der Nikolauspflege – Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen, referierten im Anschluss über "Kinaesthetics", als hilfreiches Bewegungskonzept für mehr Orientierung und Mobilität für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung.
Am 23.01.2024 berichtete Dr. Daniel Prause von der Einrichtung Signo in Oslo über die besonderen Herausforderungen und die Existenzielle Pflege von älteren Menschen mit erworbener Taubblindheit, insbesondere in Hinblick auf deren spirituelle, religiöse und weltliche Bedürfnisse.
Einen Einblick in die Basale Stimulation® gab Jutta Hennies aus dem Deutschen Taubblindenwerk. Basale Stimulation® geht davon aus, dass pädagogische, pflegerische und therapeutische Interaktion nur dann gelingt, wenn der beeinträchtigte Mensch ernst genommen wird in seinen Äußerungen.
Melissa Glomb zeigt sich zufrieden: "Wir haben mit den Fachtagen geballtes, internationales Fachwissen zusammengebracht. Der Austausch und die Vernetzung ist wichtig, um die hohe Kompetenz im Bereich der Taubblindenarbeit weiter zu stärken und auszubauen. Es werden mit Sicherheit nicht die letzten Fachtage gewesen sein."
