Hannover, 7. Juni 2026 – Ohne Regen hat das Deutsche Taubblindenwerk am Wochenende seinen Tag der offenen Tür gefeiert – und rund 400 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die Einrichtung und ihre Arbeit aus nächster Nähe kennenzulernen. Unter dem Motto „Teilhabe verbindet“ öffnete das Haus seine Türen und bot Menschen aller Generationen vielfältige Einblicke in die Lebenswelt von Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung.
Rund um das Haus präsentierte sich die Einrichtung mit einem bunten, barrierearmen Mitmachprogramm, das die pädagogische, therapeutische und kommunikative Arbeit des Deutschen Taubblindenwerks inklusiv erlebbar machte. Bei Führungen durch die unterschiedlichen Räume erhielten Gäste exklusive Einblicke in den Alltag der Einrichtung und in die vielfältigen Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Großen Zuspruch fand das Rollstuhlbasketball‑Angebot von Hannover United e.V., bei dem Interessierte selbst aktiv werden konnten. In Lorm‑ und Gebärdensprachkursen erhielten Besucherinnen und Besucher erste Einblicke in Kommunikationsformen, die für Menschen mit Taubblindheit unverzichtbar sind. Für Kinder gab es ein kreatives und abwechslungsreiches Mitmachprogramm, während Speisen und Getränke zum Verweilen einluden. Die große Tombola sowie die stimmungsvolle Livemusik der Band White Coffee sorgten für zusätzliche Highlights.
Strahlend berichtet Frederik (7): „In der Werkstatt ist es richtig toll, da kann man Sachen bauen. Ich hätte nicht gedacht, dass man hier so viel Spaß haben kann.“ Ingrid Beyer ergänzt: „Es ist jedes Jahr aufs Neue beeindruckend, wie engagiert die Mitarbeitenden sind und was für eine großartige Arbeit sie hier leisten.“
„Dass so viele Menschen den Weg zu uns gefunden haben und wir gemeinsam einen so offenen und lebendigen Tag erleben konnten, bedeutet uns sehr viel“, betonte Geschäftsführerin Melissa Glomb. „Begegnung schafft Verständnis – und genau das war heute überall spürbar. Wir freuen uns über das große Interesse an unserer Arbeit und an den Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung.“
Die Veranstaltung bot zahlreiche Gelegenheiten, sich über Bildungs‑, Wohn‑ und Unterstützungsangebote zu informieren – von Frühförderung über Schule und Internat bis hin zu Wohnheim, Werkstatt und ambulanten Angeboten. Auch die EUTB®‑Fachstelle am Standort Hannover stellte ihre Arbeit vor und informierte über Beratungsangebote für Menschen mit Taubblindheit und wesentlicher Hörsehbehinderung.
Die barrierearme Veranstaltung war gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar; kommuniziert wurde in Laut‑ und Gebärdensprache sowie über taktile Kommunikationsformen. Besucherinnen und Besucher mit Unterstützungsbedarf konnten barrierefreie Zugänge und Parkmöglichkeiten nutzen.
Mit dem gelungenen Tag der offenen Tür setzt das Deutsche Taubblindenwerk ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe – und zeigt, wie wichtig spezialisierte Angebote für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung sind.
Fast 60 Jahre Deutsches Taubblindenwerk: Von der Isolation zur gesellschaftlichen Teilhabe
Seit 1967 setzt sich das Deutsche Taubblindenwerk für Menschen mit Taubblindheit oder Hörsehbehinderung in Deutschland ein. An den Standorten Hannover und Fischbeck betreut das Deutsche Taubblindenwerk derzeit rund 60 Kinder und 180 Erwachsene. Das Angebot reicht von Frühförderung, Kindergarten und Schule mit Internat über verschiedene Wohnangebote und eine Werkstatt mit Berufsbildungsbereich bis hin zu vielfältigen Freizeit- und Beschäftigungsangeboten.
Dazu kommen eine Taubblindentechnische Grundausbildung (Rehabilitation) sowie das Ambulant Betreute Wohnen für Hannover und die Region.
In den Räumlichkeiten des Deutschen Taubblindenwerks in Hannover befindet sich außerdem eine EUTB®-Fachstelle mit Expertise in der Kommunikation für Menschen mit Taubblindheit und wesentlicher Hörsehbehinderung.
