Vieles ist neu, einiges anders, aber eines bleibt: eine spannende Herbstfortbildung

HANNOVER, 6. November 2020 – Das Deutsche Taubblindenwerk hat die Herausforderung gemeistert, unter Corona-Bedingungen am 28. und 29. Oktober 2020 für die Beschäftigten eine Fortbildung zu den Themen Hören, Sehen und Kommunikation zu veranstalten. Mit Sicherheitsabständen, Mund-Nasen-Masken und Kleingruppen „ging das Hygiene-Konzept voll auf“, wie Erzieherin Tanja Eisermann die zweitägige Veranstaltung lobte.

Die Aufteilung der rund 40 Teilnehmer sorgte aber auch für ein „intensives und sehr motiviertes Arbeiten“, stellte Referentin Sandra Runge-Fleischer in der Pause des Hören-Workshops zufrieden fest. „Ich konnte sehr gut auf einzelne Fragen eingehen und die in der Gruppe erörtern“, ergänzte die Taubblindenlehrerin am Bildungszentrum Hören – Sehen – Kommunikation.

Zu den weiteren Referenten gehörten Taubblindenpädagogin Ute Weiberg-Gerke mit dem Schwerpunkt Kommunikation, Rehalehrerin Gisela Troost zum Thema Orientierung und Mobilität sowie Sonderpädagogin Ines Weber von der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn mit einem Einblick in den aktuellen Stand der Forschung. Dazu stellte das Team von Melissa Glomb die Abteilung "Dienste und Projekte" im Deutschen Taubblindenwerk vor mit den Bereichen Ambulant Betreutes Wohnen, taubblindentechnische Grundausbildung/Reha sowie dem internationalen Berufsbildungsprojekt "Wege in den Beruf".

Teilnehmerin Tanja Eisermann arbeitet seit 30 Jahren mit taubblinden und hörsehbehinderten Kindern und Jugendlichen im Bildungszentrum Hören - Sehen - Kommunikation: "Da ist es immer wieder gut, sein Wissen aufzufrischen. Vieles war mir nicht mehr so bewusst.“ Und weiter ergänzt sie: „Der Vortrag ‚Orientierung und Mobilität für alle' hat mir gezeigt, wie wichtig ein Blindenstock ist und wie interessant er auch für Kinder im Rollstuhl sein kann.“

Die Abschlussrunde eröffnete Bettina Trissia vom Bildungszentrum Hören – Sehen – Kommunikation und diskutierte mit Sebastian Öhl, stellvertretender Wohnheimleiter im Deutschen Taubblindenwerk, und Tanja Geck, stellvertretende Schulleiterin, die aktuelle Situation für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen in Deutschland. Dabei wies Bettina Trissia auf das Fehlen einer einheitlichen Definition von Taubblindheit hin, die zu Fehleinschätzungen aber auch Versorgungsengpässen bei den Betroffenen führen können.

Nach Überzeugung der Direktorin brauche es Einrichtungen wie das Deutsche Taubblindenwerk, um die Schwierigkeiten von taubblinden und hörsehbehinderten Menschen aufzuzeigen und intensive Aufklärungsarbeit zu leisten. Dabei sieht sie die Zukunft des Bildungszentrums mit den Schwerpunkten Hören, Sehen, Kommunikation in einem Ausbau zu einem nationalen Kompetenzzentrum für die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe von taubblinden und hörsehbehinderten Menschen.