Qualifizierung zur Taubblindenassistenz

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Eine Taubblindenassistenz ermöglicht hörsehbehinderten/taubblinden Menschen durch Begleitung und Unterstützung in Kommunikation sowie Orientierung und Mobilität eine größere Selbstständigkeit und damit eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

 

Sie unterstützt taubblinde und hörsehbehinderte Menschen u. a. in folgenden Bereichen:

 

  • Hilfe in alltäglichen Angelegenheiten
  • Begleitung zu Arztbesuchen und Veranstaltungen
  • Freizeit und Reisen
  • Behördengänge
  • Bankgeschäfte

 

Der Bedarf an TaubblindenassistentInnen ist in Niedersachsen wie in ganz Deutschland hoch.

 

Das Deutsche Taubblindenwerk bietet seit dem Jahr 2015 eine Qualifizierung in Taubblindenassistenz an.

 

Die Maßnahme wird finanziell durch das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie und durch die Klosterkammer Hannover unterstützt.

Schulungsinhalte und -dauer

 

Die Qualifizierungsmaßnahme wurde nach den Richtlinien des Gemeinsamen Fachausschusses für die Belange taubblinder und hörsehbehinderter Menschen (GFTB) erstellt und umfasst einen Zeitraum von einem Jahr. Sie findet jeweils an einem Wochenende im Monat und in zwei Blockwochen statt und kann damit berufsbegleitend durchgeführt werden.

 

Jährlich werden im Deutschen Taubblindenwerk bis zu 15 TeilnehmerInnen qualifiziert.

 

Der Eigenanteil liegt bei 450,- € (zzgl. Übernachtungs-, Fahrt- und Verpflegungskosten).

 

Es werden umfangreiche Kenntnisse in Anlehnung an das Qualifikationsprofil des GFTB vermittelt. Zu diesen gehören:

 

  • Grundlagenwissen Hörsehbehinderung/Taubblindheit
  • Kommunikationsformen (Lormen, Gebärden, taktiles Gebärden, Braille)
  • Orientierung und Mobilität, Führtechniken wie Sehende Begleitung
  • medizinische, psychologische und rechtliche Aspekte
  • Gebärdensprachunterricht
  • Reflexion der praktischen Schulungsinhalte und Erarbeitung eines Rollenverständnisses als Taubblindenassistenz.

 

Die einzelnen Unterrichtseinheiten werden von erfahrenen Personen aus dem Deutschen Taubblindenwerk und anderen Einrichtungen und Verbänden wie dem Institut zur Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS), Leben mit Usher-Syndrom e. V. und dem Taubblindenassistenten-Verband e. V. durchgeführt. Es werden auch zertifizierte Taubblindenassistenten aus anderen Bundesländern und selbstständige Referenten herangezogen, zu denen auch taubblinde Menschen gehören.

 

Ergänzt werden die theoretischen Inhalte durch Praktika und Hospitationen.

 

Das Qualifizierungskonzept wird nach jeder Maßnahme evaluiert und in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der TBA-Qualifizierungsinstitute (AGTI) stets weiterentwickelt.

Beginn der nächsten Qualifizierungsmaßnahme: voraussichtlich Frühjahr 2017

 

Bewerbung
Die Bewerbung erfolgt schriftlich mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen an:

 

Deutsches Taubblindenwerk gemeinnützige GmbH
Frau Simone Amacher
Albert-Schweitzer-Hof 27
30559 Hannover
E-Mail: s.amacher@taubblindenwerk.de

 

Nach Sichtung der Unterlagen erfolgt ein ausführliches Bewerbungsgespräch, bei dem die Motivation und Vorerfahrungen sowie die bisherige Qualifikation geprüft werden. Es sollten Gebärdensprachkenntnisse und Vorerfahrungen im Umgang mit taubblinden Menschen vorhanden sein. Weitere Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 21 Jahren sowie eine gute Schriftsprachkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Sozialkompetenz und Belastbarkeit in Alltagssituationen.

 

Kontakt

 

Simone Amacher (Koordination Taubblindenassistentenqualifizierung)
E-Mail: s.amacher@taubblindenwerk.de
Telefon: 0511 - 51 00 86 613