
Beim Fingeralphabet werden die Buchstaben der Schriftsprache durch verschiedene Handformen wiedergegeben. Die Aneinanderreihung dieser Handformen ergibt ein visuell oder taktil wahrnehmbares Zeichensystem. Sie sind international verbindlich für alle die lateinische Schrift verwendenden Nationen. In der Taubblindenpädagogik wurde das auch „Gehörlosenalphabet“ genannte Zeichensystem schon bei der ersten erfolgreichen schulischen Erziehung eines taubblinden Kindes, Laura Bridgman, eingesetzt.
Das Fingeralphabet wird von gehörlosen Menschen vor allem zum
Buchstabieren von Abkürzungen, Fremdwörtern und Namen verwendet. Auch im Unterricht mit hörsehbehinderten oder taubblinden Menschen wird es in seiner tastbaren Variante zur Kommunikation verwendet. Dieser Einsatz wird als "Daktylieren" bezeichnet. Für das Erlernen der Schriftsprache durch hörsehbehinderte oder taubblinde Kinder stellen Fingeralphabete und Lormen zusätzlich eine wertvolle Unterstützung dar, wenn mit ihrer Hilfe Wörter buchstabiert werden können.