Werkstufe

Die Werkstufe ist ein Bestandteil der Schullaufbahn des Bildungszentrums für Taubblinde. Sie beginnt mit dem 10. und endet mit dem 12. Schulbesuchsjahr und ist somit eine wichtige Brückenfunktion zwischen Kindheit und Erwachsenenleben. Die Werkstufe trägt durch das Angebot einer breit angelegten tätigkeitsbezogenen Grundbildung zur Verbesserung der allgemeinen Lebenschancen bei.
 
Ziel der pädagogischen Arbeit der Werkstufe ist die bestmögliche Vorbereitung der jungen Erwachsenen auf die Teilhabe an der Arbeitswelt und der Gesellschaft unter Berücksichtigung individueller Lebenswege. Die Bildungs- und Erziehungsarbeit orientiert sich an den Möglichkeiten der Jugendlichen und an den Anforderungen, denen sie nach der Schulentlassung begegnen werden. In der Regel findet mit Beginn der Werkstufenzeit ein Wechsel in eine Jugendlichengruppe statt.
 
Im Rahmen dieser Zielsetzungen sieht das Angebot der Werkstufe allgemeinen Unterricht in den Lern- und Handlungsfeldern ‚Persönlichkeitsentwicklung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben‘, ‚Wohnen‘ und ‚Freizeit‘ vor. Räumliche Bedingungen, Gruppengefüge, Unterrichts- und Freizeitangebote lehnen sich an die Bedürfnisse junger Erwachsener an.
 
Neben dem allgemeinen Unterricht findet eine  individuelle Förderung in der Lehrwerkstatt zur Vermittlung von Fertigkeiten und Fähigkeiten für ein späteres Arbeitsleben statt. Die Inhalte orientieren sich sowohl an blindenhandwerklichen Tätigkeiten, an industriellen Arbeiten als auch an Tätigkeiten, welche in Werkstätten für behinderte Menschen zu finden sind und werden in  verschiedenen methodisch-didaktischen Konzepten umgesetzt.
 
In der ‚Gruppe zur Förderung einer Tagesstruktur‘ schaffen wir individuell abgestimmte Arbeitsmöglichkeiten für hörsehbehinderte/taubblinde junge Erwachsene, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt (noch) keine Aufnahme in den Fördergruppen- bzw. Arbeitsbereich der WfbM finden würden. Mit einfachen arbeitsähnlichen Tätigkeiten können die jungen Erwachsenen sich selbst  in einem praxisorientierten sinnvollen Rahmen als handelnden Menschen erleben. Die Angebote sollen helfen, vorhandene Ressourcen zu aktivieren und Kompetenzen im gemeinsamen Agieren mit anderen Menschen zu entwickeln. Sie finden im Rahmen einer 1:1 Betreuung statt.

In der Werksstufe im Bildungszentrum für Taubblinde sollen Fähigkeiten für das spätere Wohnen und Leben gefördert werden.

An den Praxistagen der Werksstufe im Bildungszentrum arbeiten die taubblinden Schüler in einer Lehrwerkstatt.

In der Werksstufe im Bildungszentrum für Taubblinde sollen Schlüsselfähigkeiten für die Teilhabe am Arbeitsleben vermittelt werden.

Die ‚Gruppe mit verstärktem Förderbedarf‘  findet viermal in der Woche zu einem festen Zeitpunkt statt. Sie  stellt insbesondere den sozialen Charakter von Arbeit in den Mittelpunkt der tätigkeitsorientierten Grundbildung. Mit einer verstärkten Betreuung schaffen einfach strukturierte Arbeitsangebote Möglichkeiten Kompetenzen in den Bereichen Wahrnehmung,  Kommunikation und Arbeit zu erlangen.
 
Während der ‚Praxistage‘ arbeiten junge Erwachsene zur Vorbereitung auf den Berufsbildungsbereich einer WfbM an einem bis zwei Schultagen jeweils bis zu 8 Stunden in der Lehrwerkstatt.  Hier werden wichtige Schlüsselqualifikationen zur Teilhabe am Arbeitsleben, z.B. Gruppenfähigkeit, Teamarbeit, Gewöhnung an Arbeitsrhythmen, Erarbeitung einer Zeitdisziplin, Stärkung der Kondition vermittelt. Die theoretische Vermittlung von Wissen verknüpft sich mit der praktischen Erfahrung und stärkt die Möglichkeiten zu Transferleistungen.
 
Neben diesen Konzepten findet Arbeit und Einarbeitung im Rahmen der Lehrwerkstatt ebenfalls, abhängig von den Bedürfnissen des Einzelnen, als Einzel- und Partnerunterricht statt.
 
Eine Schülerfirma, die mit Beginn der Werkstufe als fakultatives Angebot gewählt werden kann, ergänzt die Angebote der Lehrwerkstatt. Sie bietet die Möglichkeit je nach Fähigkeit  grundlegende wirtschaftliche Kenntnisse zu erlangen, Selbstständigkeit und Verantwortung im Rahmen individueller Möglichkeiten zu erlernen, Sozialkompetenzen aufzubauen, sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Bereichen Lebenspraktische Fertigkeiten und Orientierung & Mobilität aufzubauen bzw. zu festigen.
 
Während der Werkstufenphase kann der Jugendliche mindestens zwei Praktika innerhalb des Deutschen Taubblindenwerkes GmbH, in Werkstätten für behinderte Menschen oder an anderen Beschäftigungsorten absolvieren. Diese werden individuell durch uns vorbereitet, begleitet und nachbereitet. Im letzten Werkstufenjahr werden verstärkt, in enger Zusammenarbeit mit den Eltern/Betreuern der jungen Erwachsenen, für die Zukunft geeignete Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten am späteren Lebensmittelpunkt ermittelt und erprobt.
 
Die berufs-/tätigkeitsbezogene Beratung der Schulabgänger durch die Agentur für Arbeit findet innerhalb des Bildungszentrums für Taubblinde statt.  Auch hier erhalten die jungen Erwachsenen und deren Betreuer Unterstützung durch die pädagogischen Mitarbeiter bzw. den Leiter/die Leiterin der Werkstufe.
 
Nach dem Wechsel in eine Arbeits-/Wohneinrichtung halten wir ein Jahr regelmäßigen Kontakt, stehen aber auch darüber hinaus als Ansprechpartner zur Verfügung.

Kontakt

Kontakt Werkstufe - Bettina Trissia

 

Werkstufe
Bettina Trissia (Leitung Werkstufe)
E-Mail: b.trissia@taubblindenwerk.de
Telefon: 0511 - 51 00 86 619