
Das Lormen ist ein in die Hand „geschriebenes“ Alphabet, bei dem bestimmte Zeichen an bestimmten Stellen der Handinnenfläche verschiedene Einzelbuchstaben des Alphabets repräsentieren. Hieronymus Lorm, nach dem das Tast-Alphabet für Taubblinde benannt wurde, hat als erster im deutschen Sprachraum mit seinem Hand-Zeichen-System taubblinden Menschen den Weg zur Verständigung mit anderen eröffnet. Er hat sie damit aus ihrer Isoliertheit erlöst und in die Welt der Worte und Begriffe, der formulierbaren Gedanken und des Geistes geführt. Insofern ist seine Methode, die sich gegenüber anderen in der Neuzeit wegen ihrer Einfachheit durchgesetzt hat, eine Tat, deren Ausmaß erst in der Begegnung mit Taubblinden in ihrer ganzen Bedeutung erkannt wird.
Die Grafik zeigt die Verteilung der Buchstaben des Alphabets entsprechend ihrer Tastanordnung auf der Handfläche an. Sie sind im Verhältnis der Häufigkeit der Buchstaben in der deutschen Sprache und der raschen Erreichbarkeit angeordnet.
Das Lormen ist für schriftsprachkompetente Menschen schnell erlernbar. Als Kommunikationssystem mit dem nicht buchstabenkompetenten Kind scheidet es jedoch aus, die Verarbeitung stellt sehr hohe kognitive Anforderungen. Jedoch gibt es durchaus Einzelfälle, bei denen das Angebot auch als natives Sprachsystem zum Erfolg geführt hat. Als Kommunikationssystem für spät erblindete Gehörlose oder bei spät erworbener Taubblindheit wird es aber überaus erfolgreich eingesetzt.
Die Tabelle, die sie über diesen Link erreichen können, erläutert die Bewegungen der einzelnen Buchstaben im Text bzw. führt sie über weitere Links zu einer Animation des jeweiligen Buchstaben.